08.04.2017

Ungeheuer | Rathausplatz Neukölln

Im Ungeheur in der Emser Straße, Neukölln. Es gab Salat mit Schafgarbe und Spitzwegerich, sehr lecker.

Donnerstag  Mittag: Frühling in Neukölln am Rathausplatz.

04.04.2017

Miserere in St. Canisius

Am Freitag Abend besuchte ich ein Konzert des Kammerchor Berlin, um eine Freundin singen zu hören. Nachdem ich auf dem Weg vom S-Bahnhof Messe Nord an einem großen sommerlichen Treffen charlottenburger Jugendlicher am oberen Ende des Lietzensee vorbeigekommen war und viele süßliche Rauchschwaden durchquert hatte, fand ich die katholische Kirche St. Canisius, die im Wesentlichen aus zwei  Betonquadern besteht. Das Programm entsprach dem liturgischen Kalender,  also abgestimmt auf die Passionszeit. Es umfasste ausnahmslos Vertonungen des Alten Testaments. Später in der Kneipe wurde ein Trinklied angestimmt. Es kam nicht über ein paar Takte hinaus wegen höherer Gewalt.

01.04.2017

Trödel auf dem Leopoldplatz


Zwischen den eng gestellten Trödelständen drängen sich beim heutigen schönen Wetter die Leute. Hinter mir gibt es 'alles auf dem Tisch für nur einen Euro'. Der Mensch vom Stand gegenüber kommt gucken, was ich mache, Zeichnen ist ok und uninteressant.

 

Ein paar Meter weiter - ich stehe unbemerkt und man unterhält sich. Sie: 'Im Alter muß man sich zwischen Kuh und Zicke entscheiden.' Sie habe Kuh gewählt, Zicken seien faltig. Während ich noch über mich nachdenke - eher Zicke, Falten sind mir egal - bemerkt sie mich, vermutet dass ich schreibe - was und vor allem warum wohl? Putins Geheimdienst vermutlich, aber sie kommt doch gucken. Zeichnen findet sie gut, besser als schreiben, nur das angefangenen Bild ihrer Person sei häßlich. Ist ja noch nicht fertig. So jung wie ich wolle sie übrigens nicht mehr sein (ich kann also die Zicke/Kuh-Entscheidung aufschieben) - wg. der Arbeit. Sie habe gern gearbeitet, aber heute sei das Krieg. Und hier am Stand, ist das keine Arbeit. 'Ne, das ist reiner Spaß.'

 

Am Eingang neben der Kirche werden sie Kartons langsam weggepackt. Ich stehe an einem Poller, neben einer Kiste mit (abgenutzten) Feilen, Schraubenziehern- und Schlüsseln. Dauernd fragen mich Leute, was die Werkzeuge kosten sollen, der Typ vom Stand hockt weiter weg - er hat offenbar allerlei Kisten mit Waren aller Art, ruft aber nach meinem mittlerweile routinierten Hinweis immer '2 Euro das Stück'. Niemand kauft was.

28.03.2017

Berliner Congress Center | Haus des Lehrers



Letzte Woche im Café Einstein an der Otto-Braun-Straße mit Panaromasitzplatz. Früher tauchte das Kongresszentrum immer so unvermittelt auf, wo ich es gar nicht vermutete, wenn ich am Alexanderplatz um Orientierung rang. Ein Ort, der mir den Eindruck vermittelte, dass in Berlin jederzeit mit rätselhaften Begegnungen zu rechnen ist. (ein Eindruck, der sich oft bestätigte)


Der jetzige Leiter des BCC wird mit der Feststellung zitiert, dass in der Zeit, in der die beiden Häuser als ungleiches Paar errichtet wurden, noch Freiräume für Architekten bestanden (60er). Also zwar in der DDR errichtet (und Tagungsort der Volkskammer bis zur Fertigstellung des Palastes der Republik), aber auch noch nach der Wende als richtige Architektur angesehen.


Wegen des „Erbes“ des Kongresszentrums 1989 wurde jenes im Tiergarten nicht mehr für Kongresse benutzt und zum „Haus der Kulturen der Welt“ umgewandelt. U.a.der Chaos Computer Club tagte mehrere Jahre im BCC. Es wird ebenso wie das Haus des Lehrers von einer Wohnungsbaugesellschaft betrieben, die in letzterem ihre Verwaltungsräume hat.

26.03.2017

Grünes am Görlitzer Bahnhof



Ich zeichne die Treppe runter, vom Mittelpodest, am Görlitzer Bahnhof. Einer der Dealer vom Fuss der Treppe kommt bald angerannt und fragt mich, was ich tue. Zeichnen. Er ist nervös und aggressiv, sagt undeutlich irgendwas, irgendwie warnend bis drohend, soviel verstehe ich. Er geht und weiter passiert nichts. Menschen gehen treppauf und runter zur und von der U-Bahn. Die Typen unten an der Treppe sehen angespannt aus, aber das sind sie wohl immer. Ihre Rolle ist Scheiße, denke ich. Ich gehe bald (Farbe mach ich zu Hause). Am Kiosk ein Plakat eines Lebensmittelmarktes - Wir packen ihnen auch eine Tüte mit Grünem. lustig.

22.03.2017

Café Einstein am Alex

Ein kleines Treffen einiger Zeichnerinnen zwecks Übergabe bestellter Skizzenbücher im Café Einstein. Wr hatten gute Fensterplätze, aber da ich die Umgebung am Alex nicht besonders schätze, habe ich mich lieber dem Café zugewandt. Es war laut und voll, und die Servicekräfte wirkten gestresst und schlecht gelaunt.


An der Säule saß noch ein Mann, den ich eigentlich zeichnen wollte, doch kaum hatte ich angefangen, war er auch schon weg.


21.03.2017

Pariser Platz

Im ersten Stock der Akademie der Künste blickten wir links auf Brandenburger Tor und rechts auf die Seitenfront des Adlon. Das Auto - es gab sich von Nahem als Chevrolet zu erkennen - kam mit schnödem deutschen Kennzeichen angefahren, das nach dem Parken gegen ein leuchtendes kubanisches ausgetauscht wurde. Zwischenzeitlich stand noch eine halbe Stunde ein altes Motorrad vor dem ganz rechten Eingang, ehe es wieder aus dem Blickfeld geschoben und die Sitzgarnitur dort hingestellt wurde.

Die hintere Person ist einer der am Pariser Platz wartenden Kutscher. Sie kamen, teilweise historisch kostümiert, immer wieder mit zwei Eimern herüber und pumpten für ihre Tiere Wasser aus einer Art temporärem, also komplett verdeckbarem Brunnen.

15.03.2017

Lunchkonzert Tegel

Im zweiten Stock des Einkaufszentrums Borsighallen gibt es auch kostenlose Lunchkonzerte von Konzertmusiker_innen, zum gleichen Zeitpunkt wie in der Philharmonie. Die Sitzplatzsituation ist hier entspannter, es gibt Stühle für alle.

13.03.2017

'they have names' Fotoausstelung im refo-Moabit


Heute eröffnete in der refo-Moabit eine Ausstellung von Fotos des 'they have names' Projektes. Viele der Portraitierten sind auch da, rennen durch die Kirche oder betrachten ihr vergrößertes Abbild.
Über friedliches Zusammenleben von Menschen schreiben die Initiatoren Penny Eifrig und Daniel Sonnentag (der hier im karierten Hemd begrüßt): '...Dazu gehört, dass man sich seinem Gegenüber öffnet, von sich erzählt, sich offenbart, aber auch zuhört und versucht, sich einzufühlen, zu verstehen, nachzuvollziehen.'
Die Ausstellung ist noch bis zum 26.03. zu sehen.

05.03.2017

sonntagnachmittags, draussen

 . .
Sonntagnachmittag fahre ich raus, d.h. erstmal zum Ostbahnhof.

 
Es ist doch noch ziemlich kalt, so daß der Flohmarkt nur mau besucht ist. Der silberhaarig- und bärtige Verkäufer ist trotzdem gut gelaunt und nett. Wenn es zu voll wäre, wäre auch nicht gut, dann habe keiner Ruhe zum gucken und kaufen.
 
Am Heinrichplatz sitzen schon viele Leute draussen, einige in dick wattierten Anoraks und Andere nur in Hemd und Trainingshose. Irgendwann lehnt eine Frau ein Fahrrad mit Babypuppe im Römersitz an die Laterne vor dem Lokal. Ich wundere mich nur kurz, den die mutmaßliche Puppen-Besitzerin kommt auf ihrem mutmaßlich ersten Fahrrad angefahren, auf dem Kopf einen rosa Skihelm, inklusive Schneebrille.

28.02.2017

Neues aus Lichterfelde

Aber nichts Gutes. Hatte freie Sicht auf den West-Bazar und die Florentinische Villa in Lichterfeld-West, 3 Bäume an der Ecke Baseler Str./Curtiusstraße wurden gefällt, still und heimlich, damit sich bloß keiner aufregt. Da soll wohl ein Zebrastreifen hin. Noch sind keine Blätter an den Bäumen, so hat man freie Sicht auf die Gebäude. Außerdem bangen wir um unseren Bürgertreff im Bahnhof, die Miete ist erhöht worden und das Bezirksamt möchte nicht zahlen....

Öl auf Keilrahmen, 24 x 30 cm

24.02.2017

Die Hand

...mit der Uhr. Jeder, der öfter mal nach Moabit fährt, kennt sie. Seit 1975 steht die Bronzeplastik von Joachim Schmettau vor dem Gymnasium Tiergarten an der Lessingstraße. Ich habe schon als Kind vom Auto aus nach ihr Ausschau gehalten und mag sie immer noch sehr. Sie ist übrigens auch in einem frühen Depeche Mode-Video zu sehen (kurz vor Ende) bei "Everything counts".



Ich habe sie von der Fußgängermittelinsel einer stark befahrenen Kreuzung aus auf eine Postkarte gezeichnet.