05.05.2021

Unter dem Messekreuz

 


Anfang Januar höre ich aus dem Durchgang unter der Kreuzung der Maurenallee / Neuen Kantstraße mit dem Messedamm lautes Geklacker. Draußen ist Scheißwetter und unten eine große Gruppe Skater. Der Durchgang ist seit meinen letzten Besuchen verändert - die zwischenzeitlich angebrachten Beschilderunegn sind weggenutzt, die Schilderständer vollständig übersprüht und viel mehr Graffiti auf den gefliesten Wänden. 

Am Samstag, 4. Mai regnet es  wieder und ich gehe mal schauen.




Zuerst fahren und springen die Skater 'trocken'. Heute ist es eine Gruppe von ca. 15 Fahrern.
Irgendwann holen sie mit einem Trolley in der Nähe gelagerten Kram, eine kleine Rampe, Zeug zum drüber springen, eine Rail usw.

Jeffrey macht Pause, wir reden und er ist einverstanden, dass ich ihn zeichne. Er fährt schon viel zu lange Skateboard, meint er, seit 97, aber was Anderes wäre irgendwie nix (er ist tatsächlich ziemlich gut, wie ich vorher sah). Hier unten gehen sie bei Regen hin. Bei gutem Wetter sonst nach draussen, z. B. in einen Skatepark bei einem Jugendzentrum in Spandau. Im Winter sind sie öfter hier unten. Auch des glatten Bodens wegen. Meistens geht das, nur manchmal kommt die Polizei. Eigentlich ist das hier aber ja ein öffentlicher Platz, allerdings ‘Fußgängerzone’, daher können Skater wohl weggewiesen werden. Und zur Zeit natürlich wegen Abstand. Meistens kommt aber keiner, nur wenn Messe ist und jetzt manchmal, weil wegen des Impfzentrums dort. Geskatet wird hier seit das ICC 69 gebaut wurde, meint er. Wir reden auch noch über Kalligrafie (versucht er gerade) Papier, Schwanenfedern und Pinsel, Anime. 

| Rolf Schröter

05.02.2021

Geschlossene Kinos in der Kantstraße

Zur Zeit hocke ich manchmal vor Kinos, die nichts zeigen.

Delphi Lux, 22 Juni 2020

 

Vom c/o im Amerikahaus führt ein Weg zwischen S-Bahn und den Delphi Lux Kinos vorbei zur Kantstrasse. Sonntag Nachmittag kommen Mitarbeiter des Ulrichs Supermarkt – der ist hier unter den Gleisen und hat immer auf – aus Stahltüren zur Raucherpause oder um palettenweise neue Ware ranzuschaffen. Ein Typ mit einer hübsch geblümten Decke unter dem Arm legt sich damit vor den Kinoeingang und schläft sofort ein. Er wacht auch nicht auf, als einer der Ulrichs-Mitarbeiter zusammen mit einer Frau mit halb geleerter Weißwein-Flasche nett versuchen, ihn zu wecken: “Alles in Ordnung, Großer. Jetzt steh mal auf” 

 

Kant Kino, 8 Januar 2021


 

Freitagabend, zur Zeit kann man das Kant-Kino nur von aussen anschauen, statt drinnen etwas zu gucken. Nebenan, im Restaurant, holen Leute Essen ab und ein kleiner Kastenwagen lädt Auslieferessen ein. Das Schild über dem Kinoeingang wünscht mit seinen beweglichen Lettern Gesundheit, AHA+I und Solidarität. Und ‘ohne Kunst und Kultur ist es still’. – Ja! 

 

Zoo-Palast, 6 Januar 2021

Vor der Einmündung in die Budapester Straße schwenkt die Kantstraße nach links, ihre Verlängerung zum Breitscheidplatz ist mit Truck Blocs gesichert. Kino und Mall leuchten dezent warm und versuchen, auf eine baldige Wieder-Öffnung einzustimmen. An der Ampel wartet ein Essensauslieferer auf einem Fahrrad mit Thermobox. Er trägt einen dicken Anorak und die Mütze tief im Gesicht. 

Delphi Filmpalast, 4 Februar 2021

Ich sitze unter den Platanen auf dem Plateau vor dem Delphi Filmpalast. Eigentlich ist es dafür zu kalt. Die Quasimodo Bar ist auch drinnen dunkel, an der Treppe zum Jazzclub sind Plakate von abgesagten Konzerten im Schaukasten. Der Kinoeingang leuchtet und ist zu.

| Rolf Schröter

28.11.2020

Kantstraße, Herbst 2020

 Ein paar Tuschen von der Charlottenburger Kantstraße von diesem Herbst: 


  
7. Oktober: Der U-Bahneingang auf der südlichen Seite der Kreuzung Wilmersdorfer- | Kantstraße strahlt gelblich nach oben. Die Aufzugskabine befördert immer mal wieder durch neblige Glasschichten sichtbare Figuren nach unten.
 
  
28. Oktober: Um halbelf trinke ich allein an einem der Tische des McDonalds an der Ecke Wilmersdorfer-/ Kantstraße Kaffee und schaue durchs Fenster: Draussen trinken Leute Milkshakes, essen und gestikulieren. 
 
 
31. Oktober (Halloween): Ich setze mich auf eine Bank im Innenbereich des Savignyplatzes, Ecke Grolmannstraße. Vor mir wächst eine mächtige Plantane aus ihrem Baumloch raus. Erst höre ich nur Straßengeräusche, leicht gedämpft. Pfandsammler kommen vorbei, einer hat ein Feuerzeug zum Leuchten und guckt unter die Bänke und flucht, keine Flaschen und Finger verbrannt. Dann höre ich junge Menschen auf der Nebenbank, Musik und partyartiges Gerede. Von woanders kommen ab und zu Männer, suchen zum Urinieren geeignete Orte und glauben, welche gefunden zu haben. Unter der Plantane ist es ziemlich dunkel, Stadtlichter machen Farbflecken ins Schwarzweiß.
 
 
 
28. November: An der Ecke Bleibtreu- / Kantstraße. Ab und zu tragen Männer leere Kisten aus dem Gemüseladen an der Ecke in einen offenen Lieferwagen. Der fährt weg und PKW halten, die Fahrer bestellen Essen bei Zaim Falafel (neben dem Gemüseladen). Andere Menschen stehen davor, manche Essen und die meisten warten – in den Imbiß kommt man nur zum Bezahlen. Es ist kalt.
 
Ich gehe seit Juni immer wieder abends zur Kantstraße - mehr Tuschen davon gibt es hier
 

21.09.2020

Haus der Kulturen Der Welt

Sonntag, 20.09.2020

Am Sonntag gab es ein sehr nettes Zeichnertreffen der USK-Berlin am Haus der Kulturen der Welt.

Vor dem 1957 für die Internationale Bauausstellung "Interbau" vom amerikanischen Architekten Hugh Stubbins als Kongresshalle entworfenen Gebäude steht seit 1986 die große Bronzeskulptur "Large Divided Oval: Butterfly" von Henry Moore.