23.11.2017

Charlottenburg <> Kreuzberg




Richtung Kreuzberg in der U2. Beim Umsteigen am Gleisdreieck kommt ein dünner Typ mit zwei quergesteppten Daunenjacken übereinander die Treppen zum Bahnsteig der U1 hoch - die untere schwarz und knielang, die oberer kürzer in pixeligem Camouflage-Muster.

In der U-Bahn erklärt er, dass er jetzt schon einige Tage draussen sei und ein wenig Geld brauche, um mal wieder eine Nacht warm zu schlafen, deshalb wäre er nun wieder zur motz, das wäre dann auch irgendwie gut, denn er hätte mal wieder ein paar Leute getroffen. Überhaupt könne er gegen die Leute nichts sagen, da müsse er sogar der motz widersprechen, die gerade die Missstände bei der Kältehilfe anprangere, man müsse vor allem erstmal dankbar sein, bei Leuten, die ohne dass sie was davon hätten helfen, das wolle er vor Allem sagen.

Er geht rum, in der einen Hand eine abgegriffene Ausgabe der motz, die er nicht zum Verkauf anbietet. Ich will ihm was geben, habe aber nur 10 und 20 Cent-Münzen, der Zug hält, er will in den nächsten Wagen (auf der U1 fahren noch viel alte Züge, bei denen man nicht zwischen den Wagen durchgehen kann), nimmt meine 40 Cent, mehr gab es nicht in diesem Wagen, und bedankt sich beim Aussteigen überschwänglich.



Zurück vom Kottbusser Tor ist die U1 sehr voll, ich stehe. Es wird leerer, die Buchleserin links unter mir steht auf, geht zur Tür und steht hinter mir - ich bin nervös. Als ich das letzte mal auf dieser Strecke gezeichnet habe, wollte mich ein Typ deswegen anzeigen - weswegen - ich hätte nicht gefragt. Ich habe ihn gar nicht gezeichnet, aber vielleicht seine Tochter, zumindest eine junge Frau, die gesehen hatte, was ich mache und der es egal war. Er habe mich fotografiert, als Beweis,  'Wenn die Zeichnung irgendwo auftaucht, kassieren Sie eine Anzeige'.

Heute sagt die Leserin vor dem Aussteigen etwas Nettes. Schön!

10.10.2017

Heckmann-Höfe und Clärchens Ballhaus

Am Sonntag trafen wir uns zum Zeichnen in den Heckmann-Höfen in Mitte. Sie verbinden die Oranienburger Straße und die Auguststraße. Ich mag das Verschachtelte der Höfe, die Häuser stehen fast nie in rechten Winkeln zueinander. Das Wetter war herrlich, der Himmel unglaublich blau, aber die Sonne zog schnell weiter, sodass ich bald im Schatten saß (und da war es doch schon sehr kalt).


Zum Aufwärmen und Weiterzeichnen ging es dann in Clärchens Ballhaus zum Tanztee. Hinter uns schien die Herbstsonne in den Raum und die Tanzpaare genossen den Schwoof. Entspannte Atmosphäre und heiße Getränke - es ist einfach ein schöner Ort. Und immer ein bisschen wie eine Reise in die Vergangenheit.



06.10.2017

Trinkteufel


Der Trinkteufel an der Ecke Adalbert-|Naunynstrasse wurde offenbar renoviert, zumindest soweit ich mich an meinen letzten Besuch vor einigen Jahren erinnere - allerdings ist die Erinnerungen an Besuche in dieser Kneipe nicht immer ganz klar ... Ich glaube aber, zumindest an die Schilder mit der Aufschrift: 'NO SERVICE | NO CREDIT | NO CAMPING | NO WIFI | NO DRUGS' würde ich mich erinnern.

22.09.2017

Gestern haben Thomas und ich die katholisch-apostolische Kirche in Kreuzberg gezeichnet, die wir uns schon lange vorgenommen hatten. Es ist ein Pseudorenaissancebau des 19. Jhd., der in seiner Wuchtigkeit stark an Kirchen in Rom erinnert.


Rund um die Bösebrücke

Die Bösebrücke, ehemaliger Grenzübergang zwischen West- und Ostberlin. Habe keine guten Erinnerungen an diese Grenzüberquerungen. Heute eine vielbefahrene Verbindungsstraße zwischen Prenzlauer Berg und Wedding.


Uns wurde kalt und wir zogen weiter in ein kleines Café in der Schwedter Straße am Anfang (oder Ende) des Mauerparks, das "Frau Krüger". Aus zwei zeichnenden Leuten wurden vier.


Weiter ging's (wieder zu zweit, aber in anderer Besetzung) ins "An einem Sonntag im August", wo wir im Warmen sitzen und gut nach draußen schauen konnten. Hey, gute Musik hier im Café! Draußen saß ein Mann mit seinem Kontrabass. Neben ihm einer mit Tenorsaxophon, den ich eigentlich zeichnen wollte. Aber ich hatte noch nicht den Stift in der Hand, da verschwand er auch schon.
Blaue Stunde auf der Kastanienallee.



17.09.2017

Drachenfest auf dem Tempelhofer Feld

...noch mehr Riesendrachen.

Gestern auf dem Tempelhofer Feld.


Riesendrachenfest auf dem Tempelhofer Feld

Gestern fand wieder das alljährliche Riesendrachenfest statt, eine richtige Familienveranstaltung mit Kind und Kegel. Es war herrlichstes Picknickwetter und der Wind hielt sich vornehm zurück. Weshalb auch kaum Riesendrachen am Himmel zu sehen waren. Ab und zu schaffte es einer für ein paar Minuten in die Luft, um dann bald wieder schlaff zu Boden zu sinken. Die mittelgroßen immerhin waren etwas länger in der Luft, wie z.B. der blaue Krake oder das Vierergespann. Dafür sah man hunderte von kleinen Drachen links und rechts des Spektakels. Der kleinste, den ich sah, war ein Schmetterling, etwas kleiner als eine Hand.


Die meiste Zeit habe ich mit Zusehen verbracht. Direkt vor uns starteten 10 Leute ein Lenkdrachenformationsfliegen. Sehr interessant. Wie schafften sie es bloß, dass sich die Schnüre nicht umeinander wickelten?

Der Himmel hat uns immer ein dramatisches Wolkenspiel geboten.

Und dann gibt es ja auch noch den "Luftgarten", den Biergarten am anderen Ende des Feldes. Die Schlange endlos, der Service langsam, so dass sich die meisten Zeichner aufs Zeichnen beschränkten und auf Getränke verzichteten.
Mir gefiel vor allem die Robinie mit ihrer knorrigen Rinde hinter den beiden Damen.

29.08.2017

Winterfeldtmarkt Sketchcrawl

Am Samstag trafen sich die Berliner Sketcher am Winterfeldtplatz in Schöneberg zur Skechcrawl, um zusammen mit den Zeichnern Laurent Lolmède aus Paris und Lapin aus Barcelona den Markt zu erkunden.
Die beiden Besucher ließen es sich nicht nehmen, eine typisch Berliner Spezialität zu bestellen ... eine Currywurst!





26.08.2017

Buddhistisches Haus II (Tempel)


Der auch schon von Katrin vorgestellte Tempel. Wenn ich hier bin muss ich immer an die beiden orange gewandeten Mönche denken, die mal abends bei Edeka vor mir an der Kasse standen mit nichts anderem in der Hand als jeweils einem Schokoladenpudding mit Sahne.

24.08.2017

Das Buddhistische Haus in Frohnau

Mitten in einer ruhigen Wohngegend mit Villen und Einfamilienhäusern liegt auf einem Hügel das Buddhistische Haus. Von außen eine dieser typischen frohnauer Villen, lässt nur das Tor auf Ungewöhnliches schließen. Gegründet wurde es 1924 von Dr. Paul Dahlke.


Als ich dort saß und zeichnete, kam ein Herr in Begleitung dieses Mönches die Treppe hinunter. Sie sprachen mit mir und luden mich ein, doch nachher nach oben zu kommen und Tee zu trinken.

Wenn man die Treppe hochsteigt und um das Haus herum geht, steht man in einem großen Garten vor einem Tempel, der an das Haus grenzt. Hier finden fünfmal in der Woche Meditationen statt.


Ich traf den Mönch wieder, er ist aus Sri Lanka und verbringt drei Monate hier. Ein anderer Mönch aus Bozen lebt dauerhaft hier und war gerade damit beschäftigt, eine Schale zu bearbeiten und zu lackieren. Wir (Steffi war auch dabei) wurden noch mal zum Tee eingeladen, aber leider reichte die Zeit dafür nicht mehr.

Hier noch zwei Häuser-Postkarten. Frohnau ist voll von denkmalgeschützten Villen aus den 10er-30er Jahren. Das rosa Haus ist von 1912 (es ist eigentlich ganz blassrosa), über das andere, gegenüberliegende Haus habe ich nichts erfahren können.


22.08.2017

"Dicke Wirtin", Charlottenburg

Zum wiederholten Male hat es mich zum Zeichnen in die "Dicke Wirtin" gelockt. Obwohl es ein Touristenladen geworden ist, lebt in den Servicekräften doch das echte Berlin. Rauh, burschikos und herzlich, manchmal etwas unflexibel. Meine nette Begleitung Ricardo hatte die Dame aber mit seiner charmanten Art sofort um den Finger gewickelt und konnte das halbe Riesenschnitzel mit nach Hause nehmen.
Ich hatte meine beiden Füller vergessen und musste auf meinen Pentel Brush Pen zurückgreifen. Nicht die schlechteste Alternative, wie ich finde.

Hinter dem Herrn im gelben Hemd steht auf dem Tresen ein großes Glas mit Soleiern, gleich neben der Erdbeerbowle. Oben eine Reihe von Obstbränden und Likören eines Berliner Herstellers. Und ein pinkfarbener Mops bewacht den Kalten Hund und die Kühle Katze. Den hässlichen Münzprägeautomaten habe ich hier mal weggelassen.

Vorher nahmen wir noch ein Getränk im Café Cappuccino in der Knesebeckstraße. Es war relativ leer, da viele Leute trotz des kalten Wetters doch lieber draußen saßen.


16.08.2017

Dolce Vita


Die meisten Gäste haben am späten Nachmittag wieder Vertrauen gefasst ins Wetter und sitzen draußen. Der Chef kann Platz nehmen und in Ruhe sein Händy prüfen.