16.05.2019

Ecke Boxhagener-/ Simon-Dach-Straße

Im Café Kuchenrausch, gegenüber dem Intimes Kino. "Ich nehm´ glaube ich zwei", sagte die eine der beiden kurz vorher an der Theke beim Anblick der vielen Kuchen und Torten. Es klang so betont beiläufig als würde sie etwas wirklich Unerhörtes vorhaben.

18.04.2019

Der Alexanderplatz von oben

Die oberste Etage des Kaufhof am Alexanderplatz hat ein Restaurant, von dem aus man den Platz gut überblicken kann. Wenn man einen Fensterplatz ergattert…
Gerade als ich ankomme setzt sich eine Dame auf den letzten freien Platz am Fenster. Als sie mein Skizzenbuch sieht, steht sie wieder auf und murmelt, dass sie für so etwas Verständnis hat. Es klingt ein bisschen mitleidig … Ich danke und fange an, den Platz zu zeichnen, auf dem sich Besucher aus aller Welt tummeln wie kleine Ameisen.


Der Alexanderplatz vom Restaurant des Kaufhauses aus gesehen.

08.04.2019

am Mauerstreifen im Wedding



2017 habe ich den Mauerstreifen im Wedding erkundet. Ich bin im Jahr 2000 nach Berlin gezogen, vorher war ich nur einmal, in den 90ern, hier. Ich habe die Mauer nie gesehen.
Ich bin in Westdeutschland, nahe der niederländischen Grenze aufgewachsen. Dorthin sind wir oft gefahren, an der Grenze gab es Kontrollen, das Schlimmste was passieren konnte, war ein Stau und das zuviel gekaufter Kaffee (oder so) entdeckt würde, lästig oder vielleicht auch ein kleiner Nervekitzel auf dem Weg in Nachbarländer mit anderer Sprache usw. Nach Ostdeutschland oder Osteuropa bin ich zu Zeiten des  'kalten Krieges' nicht gefahren (eine Fahrt 89 nach Magdeburg zählt nicht wirklich) - meine Ignoranz ist nicht mehr zu korrigieren. Nun suche ich eine Grenze, wie ich nie eine kennengelernt habe und finde wenige Spuren.


An einem langen Sommerabend bei den Liesenbrücken. Dunkler Schatten unter den ruinösen Eisenträgern, Jogger laufen regelmäßig an mir vorbei.




Auf der anderen Seite der Schienen ist der St. Hedwig Friedhof. Längs der Liesenstraße, an der Brücke ist noch ein Teil des 'vorderen Sperrelementes' erhalten, auf dem Friedhof noch ein Stück Hinterlandmauer. Lang der Liesenstraße wurden die Gräber auf 40 m Breite abgeräumt. In Gleisnähe ist zur Zeit auf diesem Streifen der Komposthaufen des Friedhofes - dort sitze ich bei einsetzendem Regen und schaue in Richtung Brücken.




Weiter die Liesenstraße hinunter. Hier an der Ecke zur Chausseestraße, wo der gleichnamige Grenzübergang war, ist jetze eine Total-Tankstelle. Rote Rücklichter der tankenden Autos und in der beleuchteten Kassenehalle gibt es auch Kaffee und so. 'Willkommen', steht auf dem Schild vorne.



Wieder zurück, von der Brücke den Park am Nordbahnhof (auf den Gleisen des abgerissenen Nord-, bzw, Stettiner Bahnhofs) entlang zum S Bahnhof Nordbahnhof. Am nördlichen Eingang ist der 'Wall-Kiosk (der Schriftzug auf gedrucktem Backsteinwand-Hintergrund, 'wall' halt). Es gibt alles Mögliche, Essen, Trinken, Souveniers. Der Betreiber quatscht mit einem Gast in der Abendsonne. Ein paar Wochen vorher habe ich hier eine bereits stark vergilbte Karte mit dem zur Drucklegung bereits ehemaligen Mauerverlauf gekauft. Die war hilfreich.

08.03.2019

Warten an der Roten Ampel - Berlin Bergmannstraße



Berlin Kreuzberg - vor dem Zigarrenladen in der Bergmannstraße.
Mir gefiel die Szene des Handy-phonierenden Jederjackenträgers an der Fußgängerampel.

21.02.2019

Theodor-Heuss-Platz



Ein mit seinen Freunden neben mir auf dem Brunnenrand sitzender Junge, der mit seinem Händy spielte, die ganze Zeit: "Boah, bin voll nicht effektiv.... Ah, jetzt bin ich effektiv... Oh nee, schon wieder nicht effektiv..." Ich versuchte einfach, effektiv weiterzuzeichnen.

18.02.2019

Das "Bikini-Haus"

Am Freitag gabs ein Zeichentreffen am Bikinihaus, zwischen dem Zoo und der Gedächtniskirche. Das Wetter war so warm, dass man endlich auch mal wieder im Freien zeichnen konnte (und das im Februar)! Hier ist mein Beitrag. Diesmal mit Abstempelung!

Der Blick von der Terrasse des "Bikini", von der man auch in den Zoo sehen kann (nicht im Bild). Die neuen Hotel-Hochhäuser und ein bisschen Zoopalast sind auch drauf.

Menschen sitzen in der Sonne. Hinten ist ein kleines Stück Gedächtniskirche zu sehen. Vorne rechts steht ein riesiger Blumenkübel und erspart mir, noch mehr Details zu zeichnen. 

13.12.2018

Friedrichstraße

Angenehm im Warmen sitzen und die kalt-graue trubelige Straße zeichnen? Das kann man gut bei Dussmann im 2. Stock. Der Ausblick ist fantastisch, und was man alles beobachten kann, wenn man zwei Stunden an der Zeichnung rumfriemelt! Ein ganzer Feuerwehrzug stand mit Blaulicht vor dem U-Bahneingang. Dann wieder Abfahrt, bevor ich die Wagen zeichnen konnte. Nun eine Polizeikolonne mit mindestens 7 Fahrzeugen Richtung Norden. Etwas später sperrte ein quergestellter Polizeiwagen die Straßenbahnschienen für etwa 20 Minuten. Die Gründe für das alles haben sich uns nicht erschlossen. Bei uns (das sind Max aus Leipzig und ich) war es ruhig und entspannt.




25.11.2018

ZOB tuschen



Im Rahmen der Modernisierung des Zentralen Omnibus Bahnhof Berlin (ZOB) wird das Gebäude neben der Einfahrt an der Ostseite abgerissen. Im Obergeschoss ist schon ein Schlitz in die Sichtbetonwände geschlagen, mittendrin ein intaktes Fenster.
Ich setze mich an den Rand der Einfahrt, von einer Fahrbahnbegrenzung aus Beton ausreichend geschützt, wie ich meine. Während ich noch Tusche reibe kommt ein netter Secutity-Mann und findet meinen Standort gefährlich - ich solle doch lieber das nahe rbb-Gebäude zeichnen, das sei ohnehin schöner. Will ich aber nicht, ich setze mich ein paar Meter weiter und er ist zufrieden.
Am ZOB zeichne ich schon seit Herbst 2015, immer wieder für eine Stunde. Am Freitag, den 7. Dezember zeige ich die dort entstandenen Zeichnungen im povvera, in der Philippistr. 7, in der Nähe des ZOB und stelle mein Buch 'Eine Stunde Aufenthalt |One hour wait' vor. Zur Eröffnung um 19:00 lade ich herzlich ein!
Weiter Infos gibt es hier.

04.11.2018

Kantstraße


Am Ost- (bzw. City-West-) Ende der Kantstrasse wurde der letzte schmutzige Block in Bahnhof Zoo Umgebung durch einen lagegerecht optimiertes Stück internationaler Architektur, - mit Travertin-Verkleidung 'lokalisiert' und hauptsächlich einen 'Primark' beinhaltend - ersetzt. Ein kleiner Laden am Ende des Neubaus beherbergt einen gut besuchten Kebab-Laden, und unter der Brücke, Richtung Kant runter, hält sich eine Currywurstbude. Sonntag nachmittags - hungrige Menschen parken in zweiter Reihe, und holen Wurst oder Kebab, andere (wie nach dem Zeichnen auch ich …) besorgen beim Ulrichs unter der S-Bahn die Lebensmittel, die sie wochentags zu kaufen vergaßen.

01.11.2018

Der Herbst ist da

Lang war der Sommer, aber nun lässt sich der Herbst trotz milder Temperaturen nicht mehr verleugnen. Am Tegeler See ließ es sich wegen des windstillen Wetters noch gut zeichnen. Die Leute des Bootsverleih holten gerade die letzten zwei Tretboote aus dem Wasser. Sie wurden gesäubert und hinten auf dem Gelände des Minigolfplatzes gestapelt. Im Hintergrund die Sechserbrücke.



03.10.2018

Grundgesetz



Vor dem Brandenburger Tor wurde heute zum Tag der Deutschen Einheit das Stück 'Grundgesetz - ein Chorischer Stresstest' von Marta Górnicka vom Gorki-Theater uraufgeführt. Nach dem Auftritt eines Fanafarenzuges deklamiert der 50-stimmige Chor Auszüge aus dem Grundgesetz-Text in spannungsreicher Inszenierung, am Ende noch eine wenig Party zu Seeeds dickem B.

17.09.2018

zum ICC


Das Tunnelmaul der Parkdeckzufahrt des ICC ist seit 2015 geschlossen. Müllsäcke liegen vor den Gittern und an den Wände, am Geländer sitzen zum Parkplatz schauende Typen in dunklen dicken Jacken.