21.09.2020

Haus der Kulturen Der Welt

Sonntag, 20.09.2020

Am Sonntag gab es ein sehr nettes Zeichnertreffen der USK-Berlin am Haus der Kulturen der Welt.

Vor dem 1957 für die Internationale Bauausstellung "Interbau" vom amerikanischen Architekten Hugh Stubbins als Kongresshalle entworfenen Gebäude steht seit 1986 die große Bronzeskulptur "Large Divided Oval: Butterfly" von Henry Moore.




20.09.2020

Sonntag, 13.09. 

Zeichnertreffen mit Workshops in der Strandbar “Charlie’s Beach” - auf dem Gelände der ehemaligen DDR-Grenzabfertigungsanlage am Checkpoint Charlie in Berlin. Organisiert wurde das nette Get together vom Sketcherkollegen Stefan Gris Seibt. Vielen Dank!





30.08.2020

Bebelplatz, 29 August 2020

Heute, am 29.08., demonstrierten Coronaleugner zusammen mit bekennenden Rechtsextremen in Berlin. Sie fordern ein Ende der Infektionschutzmaßnahmen und eine 'Abdankung der Regierung Merkel', berufen sich auf krude antisemitische Verschwörungserzählung wie die vom Q-Anon. Schon vor der Demo begegneten man auf der Straße Gruppen von jungen muskulösen Männern mit einschlägig rechtsradikalen Tätowierungen und T-Shirts. Ihr triumphierendes Auftreten verbreitet Angst - den (laut 'Verfassungsschutz' ja 'nicht rechtsextrem unterwandertene') Coronaleugnern bereitet die gewaltbereite Stimmung offenbar kein Unbehagen, stattdessen berauschen sie sich an Machtillusion. 

Um hiergegen ein Zeichen zu setzen ruft ein breites Bündnis zur 'Solidarität! Statt Schulterschluss mit Nazis! - Protestkundgebung' am Bebelplatz auf.

Ich komme gegen 09:20, Musik und erste Reden aus dem Bühnenwagen vor der Hedwigs-Kathedrale, hier trägt jede*r wie verlangt Masken, wir sitzen oder stehen locker verteilt auf dem Platz.


 

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes zu 'Unter den Linden, der Marschroute der Coronaleugner, verdecken drei Mannschaftswagen der Polizei teilweise die Sicht, Redner*innen der Kundgeben fordern die Polizei auf, diese zugunsten unserer Sichtbarkeit weg zu setzen. 

 


 

Dem Vorbeizug der Coronaleugner und Rechtsradikalen wird lautstark begegnet (mein Favorit: Kuhhorn mit Schlauchschleife dran gekonnt und laut geblasen). Redner*innen kritisiert zunehmend radikal Polizeipräsenz und -agieren auf unserer Kundgebung, schliesslich aber auch die Nachricht, das die Polizei beginne, den Demonstrationszug gegen Infektionsschutz aufzulösen. Es gibt eine weitere Kundgebung gegen rechts am Bahnhof Friedrichstraße, der Platz leert sich, etwa 20 Polizist*innen in Krawallausrüstung gehen an mir vorbei über den Platz Richtung unter den Linden. 


 


Gegen 13:30 sind weniger Leute auf dem Bebelplatz, viele sind wohl zu anderen Kundgebungen gegangen. Am Rand des Platzes zu Unter den Linden werden Sprecherinnen des #unteilbar Büdnisses vor der Kamera interviewt. Plakate und Banner werden weiterhin gut sichtbar zwischen den Polizeiautos zur Strasse hin präsentiert, wo kein coronaleugnender Zug mehr ist, der ist aufgelöst. Versprengte Vorbeiziehende können evtl. lesen.

 

Die Kundgebung gegen Rechts auf dem Bebelplatz geht weiter mit Reden und Musik. Polizeisirenen und Hubschrauberschrabbeln vom Weitem, einmal zieht eine Gruppe in schwarzen Kapuzen vorbei, versprengte Menschen mit Deutschlandfahnen, einer regt sich mit Finger und Gebrüll auf, auf dem Platz gibt es Musik und entspannte Stimmung. 

Ich gehe zurück zu meinem Fahrrad - vom Weiten sehe ich eine (unschöne) Fahnen schwingende Menge vor dem Bahnhof Friedrichstraße, viel Polizei und viel Agression. Ich fahre - um die rechtsoffene Kundgebung im Tiergarten zu umgehen, Richtung Wedding und sehe immer wieder von großer Polizeipräsenz abgesperrte Straßen. Ich habe genug für heute. 

| Rolf Schröter

02.08.2020

Klar, wer für Säulen schwärmt, dem gefällt so was.

Ich habe ein bisschen Zeit und bin am Gendarmenmarkt. Ein paar Touristen mit mehr oder weniger Abstand und eine lebensgoße Elefantenfigur stehen auf dem Platz, und von Ferne höre ich Menschen, die finden, dass sie die Pandemie wegdemonstrieren können. Das verstehe ich nicht.

Also zeichne ich Säulen.


31.05.2020

Potsdamer


In der Potsdamer Straße am nördlichen Ende des Pallasseum schrauben zwei Typen an einem auf dem Bürgersteig aufgebockten Piaggio-Dreirad herum. Zwei Andere quatschen bei den Pollern vor der Einfahrt. Ein Grauhaariger mit Zigarette und schwarzem Anzug kommt dazu. Sie gehen und der Platz wird von einem zweitürigen Mercedes, der auf dem breiten Bürgersteig parkt, eingenommen. Dessen Fahrer sieht mich und fragt, ob der Wagen störe, aber ich bin eh fertig.

12.04.2020

Ladekran


Ich treibe in meinem Faltboot in der Havel, vor der eisernen Kaiwand gegenüber dem Spandauer Schifffahrtsufer. So komme ich einigermaßen nahe an den Ladekran auf dem linken Ufer heran. Ein Kormoran setzt sich darauf und schreit.

I float in my folding kayak in the havel, in front of the iron quay wall opposite the Spandauer Schiffahrtsufer. This way I get quite close to the loading crane on the left bank. A cormorant sits on it and screams.

16.02.2020

Paul und Paula Ufer


Der Weg am Westufer der Rummelsburger Bucht heißt Paul-und-Paula-Ufer. Dort ist an eine Anlegestelle ein Wirrwarr unterschiedlicher Boote angetäut – kleine Beiboote, mit denen man in der Bucht ankernde Schlafboote erreichen kann, schon deutlich patinierte Kajütboote verschiedener Größen, zum Teil mit kistenförmigen Wohnaufbauten erweitert, oder auch Pontons mit Hütten darauf. In der Bucht schwimmen vereinzelt ähnliche Gefährte, an den Ufern neue Wohnbebauung in bester Seelage. Ein paar Meter weiter ein immer noch großes Obdachlosen-Camp, mit Bauzäunen umgeben. Hier entsteht stattdessen bald ein neuer meeresbiologischer Themenpark.

24.11.2019

Ugah

*
**


* Ich fahre von Charlottenburg nach Kreuzberg ** und gehe in den Trinkteufel. Es ist voll, aber am Tresen ist eine breite Lücke, da stell ich mich hin und bekomme ein Bier – irgendwann kommt erst ein Typ zum Bier Bestellen, dafür ist Platz, dann sein Kumpel, der glotzt mich an, ohne zu sprechen. Ich verstehe schon, aber gehe erst, als er sich umdreht und mich mit seinem (recht breiten) Rücken wegschiebt. Ugah. Er bleibt stehen und quatscht mit seinem Kumpel und Leute an. Ich klemme mich woanders hin, und pinsle, wie er sich freut.

* I’m riding from Charlottenburg to Kreuzberg and **visit the ‘Trinkteufel’. It’s full, but there’s a wide gap at the counter, I go there and get a beer – at some point a guy aproaches for ordering his beer, there’s room for that, then his buddy comes and stares at me without talking. I understand, but I don’t leave until he turns around and pushes me away with his (quite wide) back. Ugah. He stays and talks to his buddy and people. I clamp myself somewhere else and ink him beeing happy.

03.10.2019

Oberhafen


Neben der Brücke der Grenzallee über den Neukoellner Schiffahrtskanal führt eine Treppe runter zum Kanal. Ich klettere über ein Bündel blauer Rohre, die auf einem stillgelegten Gleisbett liegen.
Vom Ufer schaue ich in das Becken des Oberhafens, am anderen Ufer ist ein Recyclingwerk.
Ein Sportboot kommt den Kanal runter und fährt nach rechts, zur Schleuse. Es dreht eine Runde und fährt ungeschleust zurück.
Ein paar Jungs mit Angelruten kommen die Treppe runter. Einer fängt einen kleinen Weißfisch, den er zurück ins Wasser wirft. Nach ca 45 min gehen sie und ich bin wieder alleine mit den Tauben.

21.09.2019

Friday for future

Bei der Klima-Demo vor dem Brandenburger Tor. Wir warteten am Sowjetischen Ehrenmal darauf, dass sich der Zug endlich in Bewegung setzt. Wir haben lange gewartet - Zeit für ein paar Skizzen...

Die zwei riesigen Vögel aus Schrott habe ich letzte Woche auf der "Positions", einer Kunstmesse im Hangar des Flughafens Tempelhof, gesehen. 
Aber nun zur Demo:


Den Panzer hinter den Demonstranten fand ich optisch sehr brutal. Doch es ging alles sehr friedlich-fröhlich zu. Kurzzeitig wurde sogar der Panzer von Jugendlichen beklettert.


Die illustre junge Dame wurde von einem Kamerateam interviewt. Der junge Mann trug einen Overall aus großen Pailetten, in pastelligen Regenbogenfarben schillernd, und ein schwarzes Halsgehänge. Er folgte mit seiner Begleitung (sie hatte ein Cape aus gelben Pailetten um) dann tanzend dem Rave-Wagen.


Diese beiden hatten es hoch zum "Rufer" geschafft und ihm ein Schild umgehängt. Darauf stand irgendwas mit "Post". Post? Was hat die denn mit dem Klima zu tun? Der eine fotografierte die Menge, der andere fand sein Handy spannender. Die Plastik finde ich, im Gegensatz zum Panzer, hier sehr passend. Leider wurden unsere Rufe nicht wirklich erhört.


 ("Der Rufer" von Gerhard Marcks, 1966, Bronze). 

17.09.2019

Urbankrankenhaus

Das "Klinikum Am Urban", wie es wohl offiziell heißt (jeder nennt es natürlich Urbankrankenhaus) am Urbanhafen in Kreuzberg. Der Neubau ist ein beeinduckend bis bedrohlich wirkender, V-förmiger 60er Jahre-Betonblock (architektisiert von Peter Poelzig), der in seltsamem Kontrast zu der parkähnlichen Anlage davor steht. Dieses Gebäude wollte ich schon lange mal zeichnen, heute habe ich mich endlich dazu aufraffen können. Ein Schwan posiert auch noch für mich!


09.08.2019

Gotzkowskistrasse


Vor dem Spätkauf stehen 3 Biertische auf dem Bürgersteig. Donnerstag ist spätabends noch jede Menge los. Eine stattliche Frau in weitem Hemd thront in einem Plastikstuhl und unterhält sich mit einer jungen Frau in engem Kostüm. Zwei weitere Frauen, eine mit Rollator, kommen den Bürgersteig runter und bleiben stehen. Gesprächsthemen sind Getränke. Zum Beispiel Pastis, den kennt die Frau im Hemd nicht. Der sei erst klar, und wenn man Eiswasser hinzuschütte, so milchig. – Wie, milchig, versteh ich nicht? – Naja, also so etwa wie Sperma. – Beh, schmeckt das auch so? – Das nun nicht. Zum Glück!